Vorne weg, wer jetzt wilde Geschichten über mächtig betrunkene Studenten und nackte Frauen erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Ich bin nämlich nicht nach Florida, Mexico oder Hawaii geflogen, sondern mit meinem Freund in Berkeley geblieben. Oh ja, ich hab seit Valentine's day 'nen Freund. Um Himmels Willen, wie kitschig!
Sonntag bin ich mit Johnny und seiner Schwester nach Muir Beach gefahren. Alta, ich hab mir da so unanständich das Gesicht verbrannt. Eigentlich ist verbrannt gar kein Ausdruck. Gegrillt trifft es eher.



Mit meinem Tomatengesicht bin ich dann Abends zu meinem roommate Erika nach Walnut Creek gefahren, weil sie Sylvi (unser anderes Roommate) und mich zum Osteressen bei ihr zu Hause eingeladen hat. Ihre Mutti und ihre Schwester haben mich dann erstmal verarztet und ich hab die meiste Zeit des Abends mit einem Kühlpack in meinem Gesicht am Tisch gesessen. Essen war sehr lecker, was auch nicht anders zu erwarten war, da Erikas Mutti Rezepte-Erfinderin ist. (Sie hat zwar "nur" Paella gekocht, aber man hat gemerkt, dass sie weiß, was sie tut).
Am Dienstag sind wir nach Santa Cruz gefahren, was ein anderes Unistädtchen ungefähr 2 Stunden entfernt von Berkeley ist. Susa hat SC perfekt beschrieben, als sie meinte, dass es aussieht als hätte ein 10jähriger Surferboy seine Traum-Surferstadt entworfen. In SC findet man die höchste Dichte an stereotypischen blonden, braungebrannten, kalifornischen Surfern überhaupt. Soweit ich weiß, wohnen die Studenten sogar in Apartments, die direkt am Strand liegen. Auch nett, ne?
Mittwoch hab ich Johnny zum Sightseeing nach SF geschleppt. Wir haben uns China Town und North Beach angeguckt, wobei letzteres ein kleines little Italy ist. SFs China Town ist ja mal so viel schicker als das in NY. Man hat zwar auch diese ganzen kleinen Shops die lauter Müll made in China verkaufen, aber außerdem hat man auch die schönen alten, authentischen Gebäude, die nach chinesischem Style gebaut sind. Und schöne, alte, authentische Menschen auch.

Wir waren in einer "Kräuterhandlung", wo zwei alte chinesische Männer Pakete zusammengestellt haben, wie man es in Reportagen immer so sieht.

Ich hab da mal ganz dreist nen Foto von gemacht. Die hatten sogar getrocknete Seepferdchen im Glas! Außerdem waren wir natürlich in den Läden für frisches Gemüse, Früchte und Fisch, die so typisch für China Towns überall in den USA sind.

Ein anständiges Eingangstor hatte es selbstverständlich auch.

Da sich bei uns alles ums Essen dreht, waren Johnny und ich dann noch in einem chinesischen Restaurant, dessen Essen zum Glück um Klassen besser war als die Musik, die gespielt wurde. Aus irgendwelchen Gründen haben sich nämlich die Restaurantbesitzer überlegt, dass sie lieber Keyboard-Medleys von amerikanischen Evergreens spielen, anstatt mit etwas chinesischer Dudelmusik aufzuwarten. Am Ende wären wir beinahe noch von der Kellnerin abgezogen worden, die uns einfach mal 10 Dollar zuviel berechnet hat. Beinahe.
Friscos kleines Italien zeichnet sich aus irgendwelchen Gründen besonders durch Strip Clubs aus.

Außer Stripclubs haben wir noch ein unglaublich, wunderschönes Wohnviertel gefunden, das an einem tierisch steilen Plateau lag, super schön bepflanzt war und Ausblick auf die Bay und die Bay Bridge hatte. Da würd ich sofort hinziehen. A
Freitag Nachmittag und Abend, sowie Samstag tagsüber hab ich dann mit hardcore lesen verbracht (siehe Einleitung). Johnny ist in Concord, wo er mit seiner Marching Band trainiert, in der er Trompete spielt. Keine Witze bitte. Hier finden das die Leute ziemlich beeindruckend.
Gestern abend haben mich meine Housemates zum Glück aus dem Haus und zu einem Reggae Konzert geschleppt, was sehr cool war und wo wir ganz viel getanzt haben.
Heute morgen haben sie mich außerdem mit zu einem buddhistischen Tempel genommen, der jeden Sonntag Brunch serviert, was auch sehr cool war und was den Tag perfekt eingeleitet hat.
So, das war mein Spring Break.
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